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Lehmputz, verhindert besonders im Bad, die Feuchtigkeit an den Wändern. Besonders für Allergiker geeignet.
Mit gesundem Raumklima ist – neben „sauberer Luft“ – die sog. Raumluftfeuchte gemeint. Diese sollte zwischen 40 und 60 % liegen. „Trockene Luft“ (weniger als 40 % Raumluftfeuchte) reizt Hautoberfläche und Schleimhäute und macht sie anfälliger gegen Attacken von Erregern und Mikroben. Ebenso sind mehr als 70 % Raumluftfeuchte zu vermeiden. Zu feuchte Luft (> 70 %) fördert die Schimmelbildung im Raum und wird auch vom Bewohner als unangenehm empfunden.
So wirken sich grundsätzlich alle Wandbeschichtungen auf das Raumklima aus: Diffusionsoffene, also „durchlässige“ Beschichtungen (diffusionsoffene Baustoffe), wirken positiv, weil dahinter liegende Wandschichten Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können. Lehmputze sind extrem diffusionsoffen. Sie stehen im Gegensatz zu sog. „filmbildenden“ Oberflächen, wie Dispersionsfarbe, Latexfarbe o. ä., die keine Feuchte in dahinter liegende Schichten hindurch lassen.
Bauphysikalisch hat Lehm selbst die Eigenschaft, sehr viel Feuchtigkeit aufzunehmen (bis zu neun mal mehr als Gips). Er wirkt dadurch wie ein Klimapuffer an der Wand, der Feuchte aufnimmt und sie bei Bedarf wieder abgibt. Für die Menge der Feuchtigkeit, die eine Wand mit Lehmputz aufnehmen kann, liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die praktische Erfahrung zeigt jedoch, dass hier die Größe der mit Lehm beschichteten Oberfläche das wichtigste Kriterium ist. Die Lehm-Schichtstärke ist dagegen für die Klimapufferwirkung bei der Nutzung von Räumen hierzulande von nachrangiger Bedeutung (vgl. Minke 1994). Denn mehr als 80 % der Feuchtigkeit wird zunächst in den oberen zwei Millimetern der Lehmwand gebunden. Und lediglich 10 mm sind bei „normalem Wohnverhalten“ für die „Klimapuffer-Wirkung“ überhaupt relevant, da die Reaktionsfähigkeit starker Putzlagen (> 2 mm) zu träge ist, um überhaupt auf die ständig wechselnden Bedingungen hinsichtlich der Raumluftfeuchte reagieren zu können. Beobachtungen zeigen, dass selbst in relativ kleinen Bädern (ca. 12 m²) Spiegel nach dem Duschen nicht mehr beschlagen, wenn Wände und Decke – mit Ausnahme des direkten Spritzwasserbereiches - mit 1,5 mm dünnem Lehmputz an der Oberfläche beschichtet sind.
Angelegt am 22.06.2006, letzte Änderung am 13.11.2011. Dieses Album enthält 2 Elemente
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